Sonntag, 14. März 2010

St. Patricksday promenade in San Diego

Gestern machte ich mich zusammen mit Rodrigo (meinem Assistenten) und seiner Frau auf Richtung Süden. Unser Ziel war die St. Patricks day Promenade in San Diego. Die Fahrt dauerte eine knappe Stunde und wir kamen ohne grössere Probleme in San Diego an. Jedoch mussten wir dort dann einsehen dass es nicht so einfach sein wird uns eine freie Parklücke zu suchen. Die Strassen waren übervoll und wir kreisten so circa eine Viertelstunde um die Gebäudeblocks von San Diego, bis wir dann endlich ein Plätzchen für unser Auto finden konnten. Da dies natürlich keine der Poleposition Parklücken war, mussten wir dann ein bisschen laufen um zur Parade zu gelangen. Das Timing stimmte perfekt und kaum hatten wir uns am Strassenrand platziert, sahen wir auch schon den Kopf der Parade unten an der Strasse erscheinen. Das Ganze wurde zwar als St. Patricks day promenade angepriesen, jedoch kam es mir mehr vor wie eine Promenade der örtlichen Feuerwehr- und Polizei- Departments. Ich fing dann sogar an die Irischen Flaggen zu zählen und kam dann auf sage und schreibe ganze vier Flaggen!!!

Immerhin machten sich einige Gruppen die Mühe sich ähnlich dem Irischen Volk zu kleiden, verfehlten aber mit dem Kilt und dem Dudelsack nur leicht die Insel. Das Gedudel war jedoch eine angenehme Abwechslung zwischen all den Sirenen der Feuerwehr- und Polizeiautos. Nach Feuerwehr- und Polizeiautos folgen auf der Liste der beliebtesten Promenade Objekte all die Corvettes. In diesen durchaus schönen Wagen wurden uns Bürgermeister, wichtigste Mann und Frau von San Diego über die beliebteste Irische Persönlichkeit in San Diego bis hin zu den Finalistinnen der Miss Irish-Girl wahlen in San Diego präsentiert.

Jedoch wurden nicht nur vierrädrige Fahrzeuge präsentiert, sonder auch deren Verwandten mit halb so vielen Rädern. Es hatte eine komplette Gruppe Biker, die mit ihren Harleys anrückten. Als diese an uns vorbeizogen schien es mir das nicht nur meine Ohren dröhnten, sondern auch leicht der Boden bebte. Ich könnte hier noch sehr viele andere Gefährte aufzählen, die es in allen Grössen, Farben und Formen, jedoch möchte ich nur noch auf die Vorgänger Modelle die Beine anstatt Räder haben und anstatt der Gas sogenannte Äpfel ausstossen. Auch von diesen hatte es ein paar, wobei sich die „Lenker“ meist als Sherif ausgaben und man schon fast meinen konnte sie seien aus einem alten Western ausgerissen.

Was bei einem solchen Event natürlich auch nicht fehlen darf sind diverse Kriegsveteranen aus all den verschiedenen Kriegen, die Amerika ausgetragen hat. Und so sahen wir diverse „Kriegsgenerationen“ welche aus der ganzen Region kamen. Ein paar Soldaten hatten sogar die Ehre das „Marine Corps War Memorial“ nachzustellen und mussten während der ganzen Promenade still auf einem Wagen stehen und den Fahnenmast samt Flagge aufrichten. Die Armee wollte aber nicht nur mit vergangenen Helden anrücken und so hatte es von den aktuellen (einer Marinekapelle, welche sehr beeindruckend spielte) bis hin zu den zukünftigen (wobei der jüngste schätzungsweise gerade mal den sechsten Geburtstag hinter sich brachte.

Wenn ihr euch nun fragt was das Ganze mit dem irischen Nationalheiligen St. Patrick zu tun hat, dann geht es euch in etwa so wie es mir gestern ergangen ist. Die Parade war äusserst lang und wenn man nicht total von Polizei- und Feuerwehrautos, Corvettes oder dem Amerikanischen Militär angetan ist, kommt es einem nach den ersten paar Gruppen die an einem vorbeigezogen sind vor als ob immer wieder dieselben an einem vorbeistolzieren. Wir machten uns dann auf den Weg in Richtung der Festlichkeiten um uns dort mit irischen Nationalspeisen, so wie Bratwurst, Taccos, Cheesburgern und div. Weiteren Speisen, welche von den Iren in zuerst in den Osten gebracht wurden und uns heutzutage als asiatische Speisen bekannt sind ;-) Immerhin hatte es eine Fish & Chips Bude, welche man noch so als „Irische Küche“ bezeichnen könnte. Das Festgelände war mehr oder weniger ein Rummelplatz, so wie wir sie bei uns zuhause auch kennen, mit dem einzigen Unterschied, dass wenn man ein Bier trinken wollte musste man sich mit einer ID ausweisen (und wer schon mal in Amerika war weiss dass dies restlos alle mussten, egal ob man ihnen ansah dass sie schon zwei, drei oder viermal 21 gefeiert haben) um dann eingezäunt und abgeschlossen von den restlichen Festivalbesuchern sein Hopfen Gebräu zu geniessen.

Da wir mit der Cousine von Rodrigo verabredet waren verliessen wir dann schon bald das Gelände und machten uns auf in Richtung des vereinbarten Treffpunktes. Dort angekommen fuhr ein Hummer auf, mit welchem wir uns dann auf die Jagd eines Futterplatzes aufmachten und wir landeten wieder einmal in einem mexikanischen Restaurant. Erneut lies ich mich von meinen mexikanischen Begleitern beraten und beschloss dann eine Mole zu probieren. Wobei Mole eigentlich nur die Sauce ist, welche meine Poulet Streifen bedeckten. Ich liess mir erklären dass die Hauptbestandteile der Mole Schokolade und Gewürze seien und dass das ganze Süss und Scharf schmecke (kam mir irgendwie bekannt vor). Daneben gab es noch Bohnen und Reis, was soweit ich bis jetzt weiss zu allen mexikanischen Gerichten serviert wird. Das ganze schmeckte sehr lecker und ich konnte meinen Geschmackshorizont wieder einmal erweitern.

Danach gab es eine erneute Runde in dem St. Patricks day Getümmel, welche mir sehr gelegen kam und als Verdauungs Spaziergang gewertet werden kann. Jedoch wurde uns auf unserem Weg eine amerikanische Schleckerei angepriesen, welche Rodrigo sofort versuchen wollte. Ihr könnt euch das ganze so vorstellen, dass ihr beim „Öpfuchüechli“ frittieren die Äpfel vergesst und den Teig in Schlangenform in das heisse Öl presst. Wobei eine Portion in ca. die Grösse eines Tellers hat und so um die 5-10cm dick ist. Das ganze wird dann noch zünftig mit flüssiger Schokolade, Marmelade, Sirup und Schlagrahm garniert und schon hat man einen Teller der in circa so viele Kalorien enthält wie ein normal Sterblicher in einer Woche zu sich nehmen sollte. Von dieser Portion konnten dann alle kosten und wir kämpften eine ganze Weile mit dem Ding, bis wir dann mit verstimmten Mägen aufgaben und uns über diejenigen wunderten, welche ein komplettes solches Ding ganz alleine und ohne Hilfe tilgten.

Es fing dann auch schon langsam an zu dunkeln und wir machten uns Richtung Auto unterwegs. Auf unserem Rückweg schlug Rodrigo uns vor noch „kurz“ shoppen zu gehen und erklärte uns dass es eine Outlet Mall habe. Aus dem Projekt Schuhe zu kaufen wurde dann schon bald ein Grossprojekt Shopping und so verliess ich nach einer guten Stunde den letzten Shop, vollgepackt ärger als ein Lastesel und mit einer glühenden Kreditkarte in meiner Hosentasche. Dieses Kaufrausch Gefühl war mir bis dahin noch ganz unbekannt, wurde aber durch die so tiefen Preise und das simple bedienen der Kreditkarte hervorgerufen! So habe ich jetzt neben neuen T-Shirts, Pullovern, Schuhen und Uhr auch eine neue Lederjacke ;-)

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