Mittwoch, 28. April 2010

The american Way

Hallo zusammen, mein letzter Eintrag ist doch schon fast vierzehn Tage alt und es ist an der Zeit wieder mal was Neues zu Berichten. Die letzten zwei Wochenenden waren zwar etwas Ruhiger, was aber nicht bedeutet dass ich nichts zu schreiben wüsste. In diesem Bericht will ich mich weniger meinen Aktivitäten widmen, sondern will euch ein bisschen von den alltäglichen Differenzen berichten. Zwei essentielle Sachen habe ich ja schon erwähnt, so spielen hier das Auto und die Kreditkarte eine viel wichtigere Rolle als bei uns zu Hause. Ich muss zugeben dass meine Kreditkarte mittlerweilen schon „Schleifspuren“ von dem täglichen durch die Apparate ziehen aufweist. Einer der Gründe dass hier die Kreditkarte öfters als bei uns zu Hause gebraucht wird vermute ich in den amerikanischen Scheinen und Münzen. So begreife ich nicht wirklich was der Vorteil des Pennies ist. Wer schon mal in Amerika unterwegs war kennt vielleicht die Problematik, da man die Schlange nicht länger als nötig aufhalten will und deshalb auf das Abzählen der Pennies verzichtet verspürt schon sehr bald ein runterziehen der rechten Hosentasche. Neben den „1 Räpplern“ gibt es noch 5er, 10er und 25er dabei kann ich sagen dass die einzige wirklich nützliche Münze die letztere ist, der sogenannte Quarter. Doch auch die Noten haben einige Tücken, so haben sie alle genau dieselbe Grösse und lassen sich normalerweise ohne ein aus dem Portemonnaie nehmen nicht sehr einfach auseinander halten. All diese Probleme lassen sich ganz einfach durch die vier Ecken aus Plastik lösen, kein langes Suchen und das Gewicht des Portemonnaies ist immer schön konstant.

Eine weitere Sache welche man hier in den Supermarkts des öfteren antrifft sind die Bag packers. Diese Leute sind speziell angestellt um an der Kasse die Sachen des Kunden in Papiertüten einzupacken und diese dann wider im Einkaufswagen zu verstauen, so muss sich der Kunde nicht damit bemühen. Hat es in einem Supermarkt mal keine Packer, so übernimmt dies der Kassier und packt die Sachen nach dem registrieren in die verschiedenen Tüten. Das extremste was ich bis jetzt gesehen habe war in einer Trader Joe’s Filiale, dort parkt man den Einkaufswagen vor der Kasse, der Kassierer nimmt sich den Waren an, zieht sie über den Scanner und deponiert sie auf dem Haufen mit all den anderen registrierten Artikeln. Nachdem er mit allen Artikeln durch ist, kann der Kunde dann gemütlich seine Kreditkarte durch den Apparat ziehen, während dem der Kassierer sich daran macht all die Produkte in Papiertüten zu verpacken und diese dann anschliessend in dem Einkaufswagen platziert. Alles in allem denke ich dass hier die Arbeitskraft nicht allzu viel kostet, denn man sieht viele Jobs die sich bei uns zu Hause niemand leisten kann, so stehen fast an jeder Strassenecke irgendwelche Leute welche Plakate schwingen und auf Läden/Sonderaktionen aufmerksam machen.

Wir wechseln nun das Thema und wenden uns dem Autofahren zu, ich habe ja mittlerweilen schon einige Erfahrungen sammeln können. Ausserdem habe ich die theoretische Fahrprüfung absolviert, dazu aber später. Im Grossen und Ganzen gelten hier in etwa dieselben Regeln wie bei uns zu Hause. Jedoch ist es hier zu Lande beispielsweise erlaubt bei Rotlicht rechts abzubiegen. Ausserdem werden die meisten Kreuzungen meist durch Stoppschilder geregelt. Ich habe noch an keinem Ort so viele Stoppschilder gesehen wie hier. Meist findet man sie schon an kleinsten T-Kreuzungen in dreifacher Ausführung. Obwohl es für uns logisch wäre dort diejenigen welche geradeaus fahren nicht zu behindern und den „Einbiegern“ den Vortritt zu nehmen, finden hier alle ein Stoppschild vor. Falls sich dann mehrere Fahrzeuge an der Kreuzung befinden geht das Prozedere dann folgendermassen von statten: Die offizielle Regel lautet derjenige welcher zuerst kommt kann auch zuerst fahren. Dies führt dann meist dazu dass ein Auto nach dem anderen seinen Weg durch die Kreuzung bannt.

Ich muss aber zugeben dass das Autofahren hier meist viel entspannter und ruhiger zugeht. Dabei weiss ich nicht genau ob es an den breiten Spuren liegt, daran dass im Durchschnitt weniger schnell gefahren wird oder dass es davon kommt das die meisten Leute mehr Rücksicht nehmen. Was jedoch für uns die die nicht viel mehr als zwei bis drei Fahrspuren dagegen Anhält sind die bis zu sechs oder mehr spurigen Highways, wobei es dann an einer grösseren Kreuzung dazu führen kann dass sich die Fahrspuren in die Lüfte erheben und den vorhandenen Platz in der dritten Dimension ausnützen. L.A. ist für diese Art Kreuzungen bekannt und man trifft des Öfteren Kreuzungen an, welche zwei oder drei „Etagen“ haben. Das meiste was ich bis jetzt gesehen habe war eine 4 Stöckige Kreuzung dabei ist dann eine gewisse Geschicklichkeit gefordert um die richtigen Spuren zu erwischen, damit man die Kreuzung in der gewünschten Richtung dann wieder verlässt. Das ganze bietet mir mittlerweilen nicht mehr allzu viele Probleme und dank dem Navi meistere ich die meisten der Kreuzungen mit Bravur.

Wie oben schon angetönt habe ich die theoretische Fahrprüfung absolviert, dies hat den Grund dass ich offiziell mit meinem Visa nicht berechtigt bin hier mit dem eigenen Fahrausweis rum zu fahren. Resp. dass ich den Schweizer Fahrausweis theoretisch nur für bis zu drei Monaten nutzen darf. Somit begab ich mich an einem Morgen auf das Department of Motor Vehicles (DMV) um einen Fahrausweis zu beantragen. Dass ganze läuft hier ganz anders ab als in der Schweiz und man kann ohne Aufgebot und Unangemeldet gehen. Dass das DMV üblicherweise überfüllt mit wartenden Fahrern ist, ist eine bekannte Tatsache, deshalb plante ich am Morgen früh dort anzulaufen um den grossen Menschenmassen zu entgehen. Mit etwas Glück konnte ich noch einen Parkplatz vor dem DMV ergattern um mich dann anschiessend hinten in der Schlange anzustellen. Leider ging die Schlange zu dieser Zeit schon fast um drei Ecken des Gebäudes und es kostete mich in etwa zwei Stunden bis ich das Gebäude betreten konnte und dort das Formular für den Antrag ausfüllen konnte. Das Formular wurde kurz überprüft und danach erhielt ich eine Nummer. Somit begab ich mich in eine weitere Wartezone, der einzige Vorteil den ich drinnen gegenüber draussen hatte war dass ich sitzen konnte. So wartete ich in etwa eine weitere Stunde bis meine Nummer aufgerufen wurde. An einem Schalter wurde dann mein Antrag bearbeitet und ich musste auch einen Sehtest ablegen. Bevor ich dann weiter gehen konnte musste ich noch eine Gebühr von $30 bezahlen. Danach ging es dann zu dem Posten für das Bild und die Unterschrift welche sich auf der driver’s licence befinden werden und einmal abgelichtet bekam ich einen Fragebogen und begab mich in kleine „Nischen“ in welche ich die richtigen Antworten ankreuzen konnte. Der Bogen wurde dann anschliessend mit Hilfe einer Schablone korrigiert und es wurde mir mitgeteilt dass ich bestanden hätte und nun für die praktische Prüfung „üben“ kann. Dies liegt noch vor mir und wird mich in etwa weitere $10 kosten, verglichen zu der Summe welche bei uns für den Führerausweis aufgewendet werden muss eine Lappalie.

Ein weiteres Objekt welches sich hier viel häufiger oder besser gesagt in viel grösseren Mengen vorfinden lässt ist der Eiswürfel. Die meisten Kühlschränke hierzulande weisen einen separaten Teil auf welcher nur den Zweck hat Wasser zu gefrieren. Die Amerikaner sind verrückt nach Eiswürfeln und es ist üblich dass sich die Getränke welche man hier erhält normalerweise zur Hälfte im festen Aggregatszustand befinden. Sollte das Eis aus dem Kühlschrank einmal knapp werden so kann man im Supermarkt ganze Säcke voll Eis kaufen. Dies geschieht meistens für die Kühlboxen, wobei dann abwechselnd Getränke und Eis eingeschichtet werden.

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