Hallo zusammen, am letzten Wochenende stand das Auffrischen von alten Schulerinnerungen auf dem Plan. Ein alter Primarschulkamerad von mir lebt mittlerweilen in Bakersfield Welches sich etwas mehr als eine Autostunde im Norden von L.A. befindet (sprich für die Verhältnisse hierzulande nahe ist). Doch bevor ich mich am Samstagmorgen auf den Weg Richtung Norden machte, stand noch eine Runde Surfen an. Ich hatte wiedermal mit Robin abgemacht und da ich spätestens um 10 Uhr starten wollte hiess es: Frühsport. So vertrieb um 7 Uhr in der Frühe mein Wecker meine Träume und ich fing an meine Sachen zu packen, die Shorts anzuziehen und den Neoprenanzug einzupacken. Das Frühstück natürlich noch schnell zu mir nehmen, nicht dass mich plötzlich meine Kräfte verlassen und schon sitze ich in meinem Auto auf dem Weg Richtung Costa Mesa. Etwas nach halb acht öffnet mir dann Robin mit einem noch sehr verschlafenen Gesicht die Haustüre und schon bald sind wir dabei das Material in seinen Truck um/ein zu laden. Etwas nach acht Uhr durchnässt dann das erste kalte Wasser unsere Neoprenanzüge und mit dem eindringen wird auch die letzte Müdigkeit verdrängt. Die Wellengang an diesem Tag war stark und es hiess wieder mal nach draussen zu paddeln. Das balancieren geht mittlerweile schon recht gut und ich konnte mich auch bei dem starken Wellengang mehr oder weniger auf dem Brett halten. Jedoch lässt meine Schwimmkondition immer noch zu wünschen übrig und ich musste des Öfteren kleine Pausen einlegen, jedoch kam ich nicht ganz raus in die stille See und ich wendete mein Board etwa in der Mitte des Weges wieder Richtung Küste zu. Ich versuchte einige der Wellen zu schnappen und dies gelang mir auch in ein bis zwei Fällen und eine der Wellen konnte ich sogar richtig Reiten. Das ich nicht ganz raus ging hatte neben dem gegen die Wellen ankämpfen auch noch einen anderen Vorteil, denn weiter draussen waren alle anderen Surfer und es war witzig zu sehen wie sie alle zusammen weiter draussen auf die Wellen lauerten. Die Anzahl und die Tatsache dass sie alle mehr oder weniger auf derselben „Höhe“ waren bringt den Vergleich mit den „Hüener ufem Stängeli“ nahe. Nach etwas mehr als einer halben Stunde begab ich mich dann zurück an den Strand und wartete dort auf Robin und schon bald machten wir uns dann wieder auf Richtung Truck um nach Hause zurück zu kehren. Nach diesem Morgen verstehe ich sehr gut wieso viele Kalifornier am Morgen vor dem Arbeiten noch schnell ein Stündchen Surfen gehen, denn das ganze weckt, man hat was Sport gemacht und es macht natürlich auch Spass ;-)
Ich begab mich dann auf den Weg zurück nach Hause um dort meine „wetsuit“ und Badehose gegen Shorts und T-Shirt einzutauschen, die wichtigsten Sachen zu packen und natürlich die Adresse und Telefonnummer von Alex zu notieren und anschliessend in mein GPS zu programmieren. Und schon war ich wieder auf der I-5 Richtung Norden unterwegs. Der Verkehr um Los Angeles war erheblich und ging nur schleppend vorwärts, als ich mich dann jedoch von Los Angeles entfernte lichtete er sich schnell und ich kam wieder rasant vorwärts. Die Fahrt verlief im grossen und ganzen eigentlich ganz ruhig und ausser dass ich einer Couch mitten auf dem Highway ausweichen musste auch ohne Probleme. Ja! Ihr habt richtig gelesen, eine Couch auf dem Highway! Aber lasst mich ein bisschen ausholen um zu erklären was diese Couch dort zu suchen hatte. Wie bereits schon in früheren Berichten erwähnt lieben die Amerikaner ihre Trucks und besonders diejenigen welche als Pickup bezeichnet werden. Diese bieten den Vorteil dass man hinten eine Ladefläche hat wo man ganz einfach seine Sachen raufschmeissen kann. Dies ist meist auch nicht so problematisch, da die Ladefläche von einem „Geländer“ umgeben ist. Falls man jedoch leichtere Gegenstände einlädt, ist es möglich falls diese ungenügend gesichert sind dass sie vom Fahrtwind von der Ladefläche getragen werden und so ist es eigentlich üblich dass wenn man auf dem Highway unterwegs ist des Öfteren Decken, Schuhe, Kleider etc. antrifft. Da diese Couch aber verständlicher Weise nicht unter die Kategorie der „leichteren Gegenstände“ gehört, lässt es sich nicht mit dem vom Wind von der Tragfläche Theorie erklären. Jedoch standen nach etwa einer Meile Zwei Trucks welche wie oben beschrieben vollgeladen waren und die daran waren ihre Fracht zu sichern. Ich vermute dass sich die Couch von dieser „Karawane“ gelöst hat und als ich sah wie die restlichen Sachen „gesichert“ waren ist es für mich nicht verwunderlich dass sie nicht dem Fahrtwind trotzen konnte. Ich hatte zuvor schon den einten oder anderen Pickup kritisch analysiert, jedoch vermeide ich es nun nach bester Möglichkeit hinter einem beladenen Pickup Truck zu fahren und ich kann es euch falls ihr mal in Amerika seid auch nur anraten. Und ich möchte nicht wissen was ein Sofa mit der Windschutzscheibe anrichten würde!
Doch zurück zur Hauptstory, denn dass ich auf der I-5 unterwegs war hatte den Grund das ich meinen alten Klassenkameraden besuchen wollte. Einige von euch mögen sich fragen wie ich rausgefunden habe dass er mittlerweile in Bakersfield wohnt. Dies ist alles der heutigen Kommunikationsmittel zu verdanken, oder besser gesagt der riesigen Ansammlung an privaten Daten, besser bekannt unter dem Namen Facebook. Ich wusste lediglich dass er sich in dem Grossraum Los Angeles aufhielt und das einfachste um heutzutage Leute ausfindig zu machen ist Facebook. Nach dem eintippen seines Namens hatte ich sofort die Antwort und ich konnte mich mit seinem Profil verlinken und ihm eine Nachricht senden. Technik sei Dank, so einfach ist es heutzutage Leute ausfindig zu machen und ich war froh dass er einen Facebook Account hat denn ansonsten wäre es schwieriger gewesen ihn ausfindig zu machen. Doch genug der Facebook Werbung. Nachdem ich die Couch passiert hatte, erreichte ich schon bald das Ende der „Passstrasse“. Es ist wirklich eindrücklich wenn man auf der I-5 die Berge im Norden von L.A. passiert und sich dann vor einem die weite Ebene öffnet. Von links nach rechts eine riesige Ansammlung an Feldern in der Mitte getrennt durch diese lange und gerade Linie mit der Bezeichnung I-5. Diese Ebene hatte ich zumindest teilweise zu durchqueren und nach ca. einer halben Stunde kam ich dann wieder zu einer grösseren Ansiedlung an Häusern. Dazwischen hatte es nur ab und zu mal eine Tankstelle oder eine Raststätte aber nicht viel mehr. Somit war ich in Bakersfield angekommen und das GPS übernahm die Aufgabe mich an die richtige Adresse zu lotsen. Und schon bald fand ich mich an der richtigen Adresse. Dass die Hausnummer 8101 an der Camino Media zu einer ganzen Siedlung gehört merkte ich erst als ich versuchte mich zu orientieren und den Plan der Siedlung studierte. Da realisierte ich auch dass Alex mir ja noch eine weitere Nummer gegeben hat. Als ich die „Wohnungsnummer“ auf dem Plan ausfindig gemacht hatte entschied ich dann auch sofort wieder zurück zum Auto zu gehen und mich motorisiert in die nähere Umgebung dieser Nummer zu begeben. Und so kam es dass ich schon bald danach gespannt die Hausglocke der Nummer 171 betätigte und gespannt auf das Öffnen der Türe wartete. Und schon bald erschien dort im Spalt zwischen Türe und dessen Rahmen mein alter Klassenkamerad Alex im Zimtstern T-Shirt welches ihn mit dem Slogan auf der Brust als „Siebesiech“ bezeichnete. Zuerst war es ein Bisschen komisch so weit entfernt von zu Hause ein altbekanntes Gesicht zu treffen. Er stellte mir seine Frau und sein Sohn vor und machte sich auch schon bald darauf ans kochen. Immerhin war es kurz nach 1 Uhr und der Hunger fing an sich bemerkbar zu machen. So fingen wir an zu quatschen, am Anfang ginge es darum welche Wege wir eingeschlagen haben, was wir unterdessen machen wie es dem Rest der Familien in der Schweiz so geht etc. Er erzählte mir dass er im 2003 nach Amerika ausgewandert ist, wo er in Ventura an eine Filmschule ging. Dort lehrte er dann seine Frau kennen, welche ein Jahrgang unter ihm ist. Kurz vor dem Ende seiner Schulzeit heirateten sie dann und er arbeitete noch eine Zeit an der Schule bis seine Frau dann auch abgeschlossen hatte. Anschliessend fand er einen Job in Bakersfield, bei einer der lokalen Studios von NBC. Zusammen mit seiner Frau hat er auch ein Fotostudio, in welchem er am Wochenende je nach Auftrag aushilft. So erzählte er mir dass sie des Öfteren an Wochenenden in Santa Barbara sind um dort Hochzeitspaare und deren Gesellschaften abzuknipsen. Im Verlauf des Nachmittags fuhren wir dann zusammen in sein Studio, wo er mir seinen Arbeitsplatz zeigte und mir seine Aufgaben erklärte. Ausserdem zeigte er mir auch die diversen Studios. Leider habe ich meine Kamera zu Hause vergessen und somit kann ich euch keine Bilder zeigen Sein Sohn war mit von der Partie, eigentlich ist er normalerweise um diese Zeit am Mittagsschlaf, jedoch wollte er an diesem Tag nichts von einer Siesta wissen. Er zählt etwas mehr als eineinhalb Jahre und läuft und klettert in der Wohnung rum, so dass kein Laufgitter gross genug ist. Ausserdem haben es ihm alle Arten von Knöpfen angetan. Einer seiner beliebtesten war der Hauptschalter des Fernsehers, denn da geht natürlich nach dem Drücken auch eine Reihe von Lichtern an. So kam es, dass als mir Alex sein Büro zeigte der kleine Schnurgerade auf das Telefon zu watschelte und anfing auf der Tastatur rum zu drücken. Wir mussten den kleinen Andersen die ganze Zeit im Auge behalten, denn er war immer irgendwo auf der Suche von Knöpfen die gedrückt werden möchten. In den Studios war nicht so viel los, immerhin war ja Wochenende, jedoch hatte es einige Leute die natürlich die Ausstrahlungen überwachen mussten und auch an den Vorbereitungen für die abendlichen News waren. Alex beschäftigt sich hauptsächlich mit Werbungen und kreiert diese von der Idee bis zum endgültigen Schnitt ganz nach den Wünschen seiner Kundschaft.
Nach der Tour kehrten wir dann zu seiner Wohnung zurück, seine Frau Austin hatte noch einen Auftrag und brauchte das Auto um zum Vereinten Treffpunkt zu fahren und einige Bilder zu knipsen. Und wir begaben uns mit dem Kleinen auf einen der Spielplätze der Siedlung. In der Nähe des Spielplatzes hatte es auch einen kleinen Teich, welche in etwa die gleiche Anziehungskraft auf Andersen ausübte wie auch die Knöpfe und wir mussten immer Acht geben dass er nicht zu nahe ans Wasser ging. Danach fing es schon an zu dämmern und ich machte mich langsam wieder auf in Richtung Süden mit dem Ziel Irvine in mein GPS einprogrammiert. Immerhin hatte ich fast zweieinhalb Stunden zu fahren. Diesmal war aber alles Regelkonform und auch der Verkehr in L.A. war sehr angenehm und so kam ich dann gegen Neun Uhr auf dem Parkplatz meines Studentenheimes an und nach einem kleinen Imbiss war ich so müde dass ich mich ins Bett begab und schon bald in tiefen Schlaf versank.
Am Sonntag war dann nicht so viel los eigentlich wollten wir ein bisschen an den Strand gehen, jedoch war das Wetter nicht all zu schön, was uns einen Strich durch die Rechnung machte. Mit der Ausnahme von meinem Besuch im Fitnessraum des Studentenheimes war ich sehr lethargisch machte nicht allzu grosse Sprünge.
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So eine Coach habe ich auch schon gesichtet irgendwo zwischen San Jose und Gilroy; das scheint ja sowas wie ein Nationalsport zu sein in der Gegend!
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