Mittwoch, 16. Juni 2010

Graduation Party and Wild Animal Park

Das letzte Wochenende stand Rodrigo’s und Robin’s graduation an. Ich nahm zwar nicht am offiziellen Teil statt (ich fürchtete dass das Ganze zu lange dauern wird und ich liess mir sagen dass es ca. 1.5 Std. dauerte bis alle über die Bühne gelaufen waren). So ging ich dann gegen Abend zur Party, an welcher Familie, Professor und Lab teilnahmen. Es wurden Hamburger gegrillt und jeder konnte diese mit diversen Beilagen bedecken. Ausserdem hatte es auch das einte oder andere Bier und da Rodrigo von Mexico kommt natürlich auch Tequilla. Eine andere mexikanische Tradition ist die Pinada, eine Puppe gefüllt mit Süssigkeiten und an einem Seil befestigt. Diese wird dann herum geschwungen und ein mit Stock bewaffneter Jäger, der jedoch die Augen verbunden hat versucht die Puppe zu knacken um an ihren Süssen Inhalt zu kommen. In unserem Fall hatte die Puppe natürlich die Gestalt einer Corona Flasche. Und Rodrigo übernahm die Rolle des Jägers. Als die Flasche dann gebrochen war und am Boden herum lag, stürzten sich natürlich alle darauf um möglichst viele Süssigkeiten zu ergattern.

Im späteren Verlauf des Abends tauchte dann eine Flasche auf welche Horacio von einer Asienreise mitgebracht hatte. Die Flasche war wie so viele ihrer Artgenossen mit Alkohol gefüllt, was diese jedoch von den anderen unterschied war dass sie neben dem Alkohol noch andere Objekte enthielt. Ganz ähnlich der Williams Birne in der Williams Flasche, jedoch war in dieser Flasche keine Birne, sondern eine Kobra. Es wurde lange gerätselt ob die Flasche geöffnet werden soll oder nicht, denn sie wurde für einen speziellen Moment aufgehoben. Am Ende wurde die Party zu einem speziellen Moment ernannt, da immerhin zwei Leute ihren PhD abgeschlossen haben und dies wahrscheinlich die letzte Chance für diese beiden war um von diesem Schnaps zu probieren. Danach wurde ein Messer geholt und Horacio machte sich daran die Flasche zu entkorken. Schnapsgläser wurden herangebracht, gefüllt und auf einem Tablett präsentiert und die mutigen an dieser Party traten hervor um sich der Aufgabe zu stellen. Ich wollte mir natürlich eine solche Chance nicht entgehen lassen und ergriff ein Gläschen. Das Gesöff stank widerlich (entschuldigt meine Ausdrucksweise, jedoch kann man es nicht viel anders beschreiben) und schmeckte natürlich auch nicht viel besser! So leerten wir in der Runde unsere Gläser, wobei einige meinten dass es gar nicht so übel sei. Diese waren jedoch in der Unterzahl, die meisten verzogen ihre Gesichter und in ihren Köpfen kreiste wahrscheinlich derselbe Gedanken wie in meinem: „Warum kann ich bei solchen Sachen nicht einfach Nein! sagen?“ Das schlimmste jedoch war das sich dieser Schnaps dann von Zeit zu Zeit wieder meldete und den fauligen Geschmack vom Magen durch die Kehle zurück in den Mund brachte.

Als ich am Sonntagmorgen dann aufwachte, war der Geschmack zum Glück verflogen und ich konnte die restlichen übrig gebliebenen Geschmäcker von der letzten Nacht mit einem zünftigen Frühstück vertreiben. Danach packte ich meine Sachen, machte mich auf um Yihao aufzuladen und wir fuhren gemeinsam Richtung Süden. Als erstes fuhren wir nach San Diego um dort Kristina abzuholen, danach peilten wir den Wild Animal Park im Norden von San Diego an. Einmal dort angekommen begaben wir uns in den Park. Zu Beginn galt es natürlich wie in jedem anderen Park erst einmal einen Überblick zu verschaffen und sich zu orientieren. Dass wir am Eingang eine Karte geschnappt haben kam uns da natürlich sehr zu Hilfe. Wir beschlossen mehr oder weniger direkt zu dem „Basecamp“ für die Safari zu gehen, da uns mehrere Leute erklärt hatten dass dies die Hauptattraktion des Parkes sei. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Halt an einer kleinen Vorführung, dort hatte es zwei Trainer, welche mit einem angeleinten Gepard herum liefen und über die Tiere berichteten und das Verhalten der Tiere erklärten. Dies war äusserst eindrücklich wie sie mit dieser Wildkatze dort herum laufen konnten und wie ruhig diese war und sich genüsslich zur Schau stellte.

Danach fanden wir ein bisschen weiter im Süden des Parkes die Haltestelle für die Safari. Wir mussten uns natürlich aufreihen und in einer Schlange auf einen Platz in einem der „Busse“ warten. Das ganze ging aber sehr zügig vorwärts und schon bald sassen wir in einem der Wagen unsere Kameras geladen und bereit um möglichst viele gute Schnappschüsse zu knipsen. Auf der Safari sahen wir Giraffen, Nashörner, div. Antilopen, Büffel, Geier und vieles mehr. Ich will euch nicht mit der ganzen Tour langweilen und denke dass die Bilder in dem Picasa Webalbum mehr aussagen als wenn ich hier alles Schildere. Das einzige was ich hier hervorheben möchte, ist das während der Tour eine der Antilopen Kühe gerade am Gebären war und wir dies betrachten konnten. Die Tour Leiterin brachte unsere Karawane zum stoppen, denn sie musste dies natürlich der Parkleitung melden, damit diese das ganze beaufsichtigen konnten.

Danach machten wir uns dann zu Fuss unterwegs um den Rest des Parkes zu erforschen. Dies kam einem Zoobesuch ganz ähnlich, jedoch war das Terrain viel weitläufiger und die Gehege im Allgemeinen grösser als in einem Zoo. Eine der grossen Enttäuschungen war dass als wir am Tiger Gehege ankamen dort keine Insassen auszumachen waren. Wir standen zwar für eine längere Zeit dort und versuchten die Katzen ausfindig zu machen, jedoch mussten wir ohne Erfolg aufgeben. Ich denke dass diese zu dieser Zeit in ihren Stallungen waren, denn die Sonne setzte uns schon ziemlich heftig zu und es hetzte schon der einte oder andere Tropfen Schweiss meine Stirn runter.

Obwohl der Rest des Parkes einem Zoo glich, muss ich sagen dass mir der Wild Animal Park besser gefiel als der San Diego Zoo. Die Tiere sind in viel grösseren Gehegen und in den grossen Gehegen welche wir auf der Safari besichtigten, waren so viele verschiedene Tierarten zusammen in einem steppenartigen Gehege, dass dies schon fast der natürlichen Umgebung der Tiere entsprach und diese sich auch viel anders verhielten als in einem normalen Zoo. So trotteten wir den Rest des Nachmittags durch den Park und beobachteten all die verschiedenen Tiere. Danach machten wir uns auf den Weg zurück nach San Diego. Kristina musste noch kurz an die Uni um Sachen vorzubereiten für ihre Experimente am Montag und so machten wir einen Stopp an der UCSD. Dort gingen wir zuerst in ihr Lab und danach führte uns Kristina noch ein bisschen auf dem Campus herum und zeigte uns einige Gebäude. Danach nahmen wir das Auto um zurück zu Kristinas Appartement zu fahren. Einmal dort angekommen beschlossen wir in einem Pub noch ein Bier trinken zu gehen und als wir dort waren lief natürlich auch das NBA Final L.A. Lakers gegen die Boston Celtics. Leider verloren die Lakers dieses Spiel und mittlerweilen steht die Serie mit 3:3 unentschieden und das Final wird diesen Donnerstag in L.A. abgehalten.

Als das Spiel dann vorüber war machten wir uns dann auf den Rückweg, immerhin hatten wir noch eine gute Stunde Autofahrt vor uns.

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